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< Neue interaktive Funkstreifenwagen: Vielversprechendes Pilotprojekt in Brandenburg

Stichwort Connected Vehicle

Bild: Motorola

 

Wie können integrierte Technologielösungen die Arbeit von BOS-Einsatzkräften sicherer und effizienter machen? Im vernetzten Ein­satzfahrzeug kommen unter anderem auto­matische Scanning- und Videoanalyse-Tech­nologien sowie Echtzeit-Multimedia-Systeme zum Einsatz, sodass Einsatzkräfte umfas­send bei der Bewertung einer Notfallsituation unterstützt werden. 

 

Bei der Konzeption des vernetzten Fahrzeugs galt es, die besonderen Anforderungen von Anwendern und Flottenmanagement-Zen­tralen zu erfüllen. So muss die integrierte Funktechnik beispielsweise konform sein mit den Standards und Vorgaben von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bezüglich Verschlüsselung bei der Da­tenübertragung. Eine weitere Herausforde­rung war die möglichst platzsparende Integ­ration der Lösungen sowie die größtmögliche Übertragbarkeit des Systems auf andere An­wendungsumgebungen oder Fahrzeugtypen. Die Funkgeräte sollten schnell und einfach vom Fahrer oder Beifahrer bedient werden können sowie Fahrzeugdaten übertragen und Vorgänge im Fahrzeug steuern. Dabei darf die Funktechnik nicht die empfindliche Fahrzeugelektronik stören. 

 

Schnittstellen-Verschlüsselung 

Um dies zu gewährleisten, wurde ein Motoro­la TETRA-Funkgerät des Typs MTM800FuG mit Ende-zu-Ende- und Luftschnittstellen- Verschlüsselung durch das Funk- und Si­cherheitstechnikunternehmen ATS Elektronik an den internen Daten-Bus des Mercedes E-Klasse der Baureihe W212 angebunden und eine integrierte Funkbedienung eingerichtet. 

 

Dabei wurde das Funkgerät seitlich im Koffer­raum installiert und über den neu entwickel­ten Adapter CPA033 mit dem CAN-Bus des Fahrzeugs vernetzt. Fahrzeugdaten sowie Daten und Steuerbefehle für Zusatzgeräte werden über den CAN-Bus im CiA447- Protokoll geleitet, ein herstellerunabhängiges Standardprotokoll, das als Schnittstelle für eine einheitliche Kommunikation zwischen Fahrzeug, Funkgerät, Blaulicht und Diagno­sesystem sowie weiteren Systembestandtei­len dient. Das vernetzte Einsatzfahrzeug von Motorola verfügt über eine CANopen CiA447- Adaption, bei der die Technologie über die TETRA-Schnittstelle in das Informationssys­tem des Fahrzeugs – das „Car Information System“ – integriert wurde.

 

CANopen ist ein international standardisiertes, CAN-basiertes Protokoll für Embedded- Kontrollsysteme, das sehr flexible Konfigurationsmöglichkei­ten bietet. Dadurch lässt sich die Ausrüstung noch schneller und einfacher installieren sowie austauschen. Im Innenraum müssen weniger mechanische Anpassungen und Um­bauten vorgenommen werden. Des Weiteren bleibt das äußere Erscheinungsbild des Fahr­zeugs nahezu unverändert, sodass sich das Fahrzeug auch für verdeckte Einsätze nutzen lässt.

 

Dadurch kann das Konzept problemlos auf andere Anwendungsbereiche übertragen werden. Über die Software VRC2014 werden alle Bedienelemente und das Display des Funkgerätes auf dem Multimedia-Bildschirm der Mittelkonsole oder auf der Mobile Work­station MW810 von Motorola dargestellt, sodass Fahrer und Insassen jederzeit einen Überblick über die Funkgerätefunktionen und Fahrzeuginformationen wie Kilometerstand, Tankanzeige, Wartungsstatus sowie den Sta­tus von Navigationssystem und Signalleuch­ten erhalten. 

 

Ebenso lassen sich die Daten auch per Fern­zugriff abfragen. Damit erhalten die Einsatz­zentralen wertvolle Informationen aus den Fahrzeug-Managementsystemen, mit denen sie den Einsatz und die Wartung der Fahr­zeugflotte optimieren können. Die Mittelkon­sole fungiert als virtueller Bedienhandapparat für eine intuitive Steuerung der Funktionen, sodass die Einsatzkräfte im Notfall schneller reagieren können. Außerdem können Laut­stärke und Gruppengespräche über die Kon­trollknöpfe des Fahrzeugs gesteuert werden. 

WLAN-Access-Point 

 

Über das IP-Netzwerk des Fahrzeugs laufen weitere Systemkomponenten zusammen. So ist darüber ein WLAN-Access-Point an­geschlossen, der die sichere, drahtlose Da­tenkommunikation der mobilen Endgeräte gewährleistet. Ein LTE-Modem VML700 von Motorola macht das vernetzte Einsatzfahr­zeug zu einem mobilen Public Safety LTE-Hub mit Hochgeschwindigkeits-Datenüber­tragung sowie Kontroll-, Steuerungs- und Priorisierungsfunktionen. Ebenso unterstützt das LTE-Modem Roaming-Funktionen mit WLAN- und EVDO-Netzwerken. Als weitere Funktion wurden eine Echtzeit-Videoüber­wachungslösung sowie eine automatische Kennzeichenerkennung integriert. 

 

Damit lassen sich über 5.000 Autokenn­zeichen pro Arbeitsschicht erfassen. Zum Vergleich: Ein Polizeibeamter kann im gleichen Zeitraum manuell nur 50 bis 100 Kennzeichen überprü­fen. Mehrere Kameras stellen zudem eine in­terne und externe Videoüberwachung sicher. Die Videoüberwachung basiert auf Real-Time Video Intelligence (RTVI), die dafür sorgt, dass Videos auch bei wechselnden Bandbreiten ohne Puffern in hoher Qualität übertragen werden. Ebenso lässt sich ein unautorisierter Zugriff ausschließen. R. K.

 

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